Vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat
Impuls zum 14. Sonntag nach Trinitatis
04.09.2026 6 min Gerd Epting
Zusammenfassung & Show Notes
„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ | Ps 103,2
von Gerd Epting
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Die Offensive Junger Christen – OJC e.V. ist eine ökumenische Kommunität innerhalb der Ev. Kirche, die sich für eine Erneuerung in Kirche und Gesellschaft einsetzt.
Transkript
Im Wochenspruch für die kommende Woche aus Psalm hundert drei heißt es Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat. Wenn ich an die letzten zwei Wochen denke, da kommt mir das Loben zunächst
so gar nicht in den Sinn. Und ich gehe davon aus, dass ihr dieses Gefühl kennt, wenn scheinbar alles und
alle an einem Zerr, wenn die Gedanken sich im Kreis drehen. Und je mehr wir auf uns selbst schauen, desto
leichter drohen wir in negativen Gedanken und Gefühlen zu versinken. Gut, das Psalm 103 keine Aufforderung ist, die uns sagt,
du musst jetzt gute Laune haben, du musst dankbar sein, du darfst dich nicht beschweren, nein, es ist vielmehr eine
Einladung. Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Meine Seele, mein Herz, vergiss
nicht, erinnere dich. Blicke über das hinaus, was dich gerade beschäftigt. Schaue auf Gottes konkrete Taten, auf das, was er,
der Schöpfer, der Allmächtige, getan hat und tut. Und Psalm 103 führt uns dann im weiteren Verlauf selbst vor Augen,
was das bedeutet? Vergebung, Heilung, Erlösung. In Vers 5 steht sogar, dass Gottes ist, der unseren Mund wieder fröhlich macht
und uns krönt mit Gnade und Barmherzigkeit. Schau auf das, meine Seele. Gottes gute Taten an uns. Das heißt wahrnehmen,
erkennen und anerkennen. Denn danken beginnt mit Erinnern. Das deutsche Wort Danken hat denselben Wortstamm wie denken. Im Danken steckt
also auch dieses Bedenken, etwas bewusst in den Blick nehmen, sich daran erinnern und es sich zu Herzen nehmen. Sich
an das Gute Gottes zu erinnern, meint deshalb mehr, als ein kurzes Danke zu sagen und dann wieder zur Tagesordnung
überzugehen. Es braucht Zeit und Raum, das gute Gottes bewusst zu bedenken und anzuerkennen. Denn das, was wir bedenken, das
nehmen wir wahr. Was wir wahrnehmen, das können wir erkennen, und was wir erkennen, dafür können wir danken. Und aus
diesem Danken wächst das Lob. Lob ist dann mehr als ein gutes Gefühl. Es ist unser Bekenntnis zu Gott, du
bist gut, du hast gehandelt, du bist der, dem ich mein Leben verdanke, und indem wir ihn loben, geben wir
ihm die Ehre. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Diesen und weitere
Verse aus Psalm 103 beten wir in der OC-Gemeinschaft jeden Freitag in unseren Mittagsgebeten. Und so haben wir Woche für
Woche eine gute Einübung in dieses Erinnern und Bedenken, in das Loben und Danken für das, was Gott uns ganz
konkret schenkt, mitten im Alltag, für die großen und die kleinen Wunder, die uns begegnen, Tag für Tag. Und immer
wieder ist es überraschend, wie viel Lob und Dank in einer einzigen Woche zusammenkommt. In guten Wochen, aber auch in
persönlich schwierigen Wochen. Und vielleicht ist genau das die Einladung dieses Wochenspruchs. Meine Seele, halte dir vor Augen, was Gott
dir Gutes getan hat. Lass es nicht aus deinem Gedächtnis verschwinden. Denn wenn du dich erinnerst, wirst du erkennen, und
wenn du erkennst, wirst du loben. Dieses regelmäßige Einüben ins Loben und Danken hilft uns dabei, dass Sorgen und Angst
nicht das letzte Wort bekommen, dass Bitterkeit nicht unser Herz beherrscht, und dass wir auch in schweren Zeiten nicht vergessen,
dass es neben allem Schweren noch Gutes gibt, für das wir danken können. Und auch im Abendmahl erinnern wir uns,
wir können sogar fühlen und schmecken, Gottes ganz konkrete Handeln. Gott, der Vater, gibt seinen Sohn Jesus Christus für uns
und unsere Schuld, damit wir das Leben haben. Wir erinnern uns nicht nur an etwas, das einmal geschehen ist. Wir
feiern. Christus ist für uns da. Und wir dürfen darauf vertrauen. Christus kommt uns entgegen und schenkt uns, was wir
brauchen. Ja, er schenkt uns sich selbst. Darum können wir gemeinsam mit Psalm 103 beten. Der Herr hat sein Thron
im Himmel errichtet und sein Reich herrscht über alles. Lobe den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft.
Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Amen.