OJC – Freitagsimpuls

Offensive Junger Christen

Kein Geld, kein Handwerker – aber ein Plan

Impuls zum Pfingstsonntag

22.05.2026 7 min Hermann Klenk

Zusammenfassung & Show Notes

„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.“ | Sach 4,6b

Von Hermann Klenk


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Die Offensive Junger Christen – OJC e.V. ist eine ökumenische Kommunität innerhalb der Ev. Kirche, die sich für eine Erneuerung in Kirche und Gesellschaft einsetzt.

Transkript

Wir feiern jeden Freitagmorgen um 7 Uhr in der Michaelskapelle auf Schloss Reichenberg das Abendmahl. Der Wochenspruch für die kommende Woche ist aus Sacharja. Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaut. Als Dirk Hein und ich im Sommer 1980 zum ersten Mal hier in der Kapelle waren, standen wir auf Lehmfußboden, zwischen Unkraut, Büschen und kleinen Bäumen. Mir ist das Herz buchstäblich in die Hose gerutscht und ich habe mich gefragt, wie sollen wir diese Ruine wieder aufbauen, neben all den anderen Baustellen? Ich bekam fast keine Luft mehr. Das Chorgewölbe war zusammengebrochen. Die gotischen Sandsteinfenster waren zerstört und die Wände waren seit Jahrzehnten durchnässt, hatten Löcher und keinen Putz. Und wir hatten keinen Steinmetz, keinen Maurer und keinen Zimmermann. Und kein Geld, um Baufirmen zu beauftragen. Ich habe damals so die Wände entlang nach oben geschaut, durch das marode Dach. Dort sah ich ein winziges Stück blauen Himmel. Da oben ist einer, der für uns sorgen wird, kam mir in den Sinn, der sieht uns und hört uns, das hat alles in mir verändert. Mein Herz wurde weit und ich konnte wieder durchatmen. Um eine lange Geschichte kurz und die Güte Gottes groß zu machen, sieben Jahre später konnte diese Kapelle wieder in Dienst genommen werden. Der Spruch für die kommende Woche lässt aufleuchten, wie Gott durch alle Zeiten Unmögliches möglich macht. Das Wort, das der Prophet Zacharia dem jungen Zerubabel ausrichten ließ, heißt, was du vorhast, wird nicht durch die Macht eines Heeres, noch durch die Kraft durch Menschen gelingen. Mein Geist wird es bewirken. Das verspreche ich, der Herr, der Allmächtige. Ein Berg von Hindernissen wird sich vor dir auftun. Aber ich räume sie weg. Um was ging es damals? Zerubabel soll den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen. Er kam mit vielen Gefährten nach dem Exil in Babylon in das völlig zerstörte Jerusalem zurück. Und was sieht er? Überall Schuttberge. Ein Riesenprojekt liegt vor ihm. Er soll den Tempel wieder aufbauen. Eigentlich eine Unmöglichkeit. Aber Zerubabel hört auf die Worte. Er sieht den Auftrag und beginnt mit ganz wenigen das Fundament des Tempels neu zu legen. Widerstand regt sich. Er wird lächerlich gemacht, angegriffen. Aber er arbeitet weiter mit seinem viel zu kleinen Team. Und was tut der Geist Gottes dabei? Der Geist Gottes rüttelte an den Herzen aller Rückhörer. Gott lässt euch den Propheten ausrichten, hey, eure eigenen Häuser habt ihr schon wieder aufgebaut und schön gemacht. Ihr sitzt in getäfelten Räumen, aber mein Haus liegt noch in Trümmer. Schaut doch mal genau hin. Ihr arbeitet viel, aber eure Felder bringen wenig. Euer sauer verdientes Geld zerrinnt euch zwischen den Fingern. Jeder ist nur mit sich und der Sorge um sein eigenes beschäftigt. Erkennt ihr da keinen Zusammenhang? Und dann geschah etwas. Sie alle nahmen die Rede des Propheten zu Herzen. So wirkt der Geist Gottes. Er verändert das Herz und die Sicht von Menschen. Und dann heißt es, von da an setzten alle das eigene an die zweite Stelle und halfen bereitwillig mit, den Tempel wieder aufzubauen. In zwei Tagen feiern wir Pfingsten. Pfingsten ist das Fest der Herzensveränderung. Seit Pfingsten geht es für die Jünger nicht mehr um meins, sondern um das, was Gott am Herzen liegt. Das eigene wird nicht verachtet, aber es kommt an die zweite Stelle. Und das, was Gott am Herzen liegt, was Gott schaffen und wirken will, was Gott liebt und verändern will, das kommt an die erste Stelle. Das bewegt. Das ist plötzlich wichtig. Das darf Einsatz und Kraft kosten. Wenn Gott große Aufgaben gibt, damals wie heute, die unsere Kräfte und Möglichkeiten weit überschreiten, dann will er, dass wir nicht auf unsere eigene Kraft noch auf unsere eigenen Unmöglichkeiten schauen, sondern seinem Geist und seiner Kraft alles zutrauen. Ich schließe mit einem Gedicht von Jeremias Gotthelf. Herr, unser Gott, du hast unzählige Wege, auf denen du möglich machst, was uns unmöglich scheint. Gestern war noch nicht sichtbar, heute nicht viel, aber morgen steht es vollendet da. und nun gewahren wir wie du unmerklich schufst was wir unter lärm nicht zustande gebracht haben amen