Hoffnung für geknickte Herzen
Impuls zum 12. Sonntag nach Trinitatis
21.08.2026 5 min Simon Heymann
Zusammenfassung & Show Notes
„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ | Jes 42,3
Von Simon Heymann
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Transkript
In diesem Jahr wurden wir Zeuge der größten Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte. Sechs Wochen lang spielten 48 Mannschaften den Weltmeisterschaftstitel aus.
Mein Sohn im besten Fußballbegeisterungsalter rechnete sich für Deutschland viel aus. Zuvor sammelte er schon Panini-Sammelbilder, schaute sich jeden Tag
neue Kommentare und Bewertungen von unzähligen YouTubern an und rüstete sich entsprechend mit dem neuen Trikot der Nationalmannschaft. Die Spannung
stieg. Die ersten Erfolge in der Gruppenphase wurden gefeiert, und zum ersten Mal seit 2014 stand Deutschland wieder in einem
K.O.-Spiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dann kam der 29. Juni. Und das für meinen Sohn Undenkbar wurde wahr. Deutschland schied gegen
Paraguay im Mein Sohn war im Moment der Niederlage untröstlich, enttäuscht, ja, geknickt. Sein Feuer der Begeisterung flackerte nicht mehr,
weil er vom Leben böse überrascht wurde. Ich als Vater wusste, dass ich das Geschehene nicht rückgängig machen konnte. Was
ich jedoch machen konnte, war für ihn da sein, ihm Trost spenden, ihm eine andere Perspektive zu vermitteln, ihn mit
meinen menschlichen Worten aufrichten. Halt Vater sein. Der Wochenspruch für die kommende Woche steht in Jesaja 42: Das geknickte Rohr
wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Wenn ich den Wochenvers lese, dann habe ich
diesen emotionalen Absturz meines Sohnes vor Augen und die daran angeschlossene Notwendigkeit des Beistandes und des Aufrichtens. Das, was aber
bei meinem Sohn im Kleinen stattfand, findet auch in unserem Leben in ganz anderen Dimensionen statt. Wir ergreifen unser Leben
mutig und entschlossen, um unsere Wünsche und Träume zu realisieren und stehen dann durch unvorhersehbare Ereignisse vor Äußeren und Inneren
Der Gedanke nach Kapitulation in den verschiedenen Lebensbereichen schleicht sich ganz schnell ein: in der Ehe, im Job, in den
Beziehungen zu Menschen und so weiter. Dann braucht es einen Freund, eine Gemeinschaft, ja, persönliche und direkte Begleitung, damit wir
mit unserem Leid, mit unserer Not, mit unserer Traurigkeit und unseren Fragen beant Beim Nachsinnen über den Wochenvers kam der
Gedanke, dass Gott beim Verfassen dieser Zeilen das Menschheitsdrama vor Augen hat. Und wenn wir uns die Weltgeschich anschauen, dann
war das Projekt Schöpfung gleich nach dem Start ein recht geknicktes Unterfangen. Doch unser Gott gibt den Menschen nicht auf.
Er gibt dich nicht auf. Es ist Gottes Wesensmerkmal, dass er den Menschen zum Leben führen möchte. Viele hunderte Jahre
vor dem Wirken Jesu kündigt der Prophet Jesaja bereits den Messias an, der das Recht hinaus zu den Heiden sprechen
wird und uns aus dem geknickten Lebenszustand befreien möchte. Ich frage dich heute: Glaubst du das Jesus wird zum Heilsbringer
für alle Menschen. Gottes Fokus ist der heilgeborene Mensch. Er lässt sich nicht vom Unglück des Menschen aufhalten. Seit drei
Jahren gibt es bei uns die Möglichkeit, ein Timeout zu machen. Dadurch haben wir das Privileg, die Menschen zu begleiten.
Es ist genau für die Menschen, die bereits eine runde Leben gelebt haben. Junge Leute, die in der Desillusionierung ihres
Lebens stehen geblieben sind, sei es aus körperlichen oder seelischen Gründen. Immer und immer wieder spreche ich den Time-Outlern und
auch mir selbst zu, dass ich daran glaube, dass Gott an jedem von uns ein Wunder vollbringen will. Jesus unser
Heiland möchte, in den Worten des Wochenverses ausgedrückt, auch heute an dir, die geknickt hat, wieder begradigen und den noch
stinkenden, rauchenden Lebensdort wieder neu entfachen. Davon möchte ich Zeuge sein. Jesus, unser Retter, dessen Errettungstat wir heute mit dem
Abendmahl gedenken und feiern, spricht selbst uns zu: Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will
euch erquicken, Matthäus 11, V28. Und Jesus sagt: Ich lebe und ihr sollt auch leben, Johannes 14, Vers 19. Lasst
uns also nicht in dem emotionalen Absturz unseres Lebens ausharren, sondern uns nach dem ausstrecken, der uns ins Leben führt,
Jesus Christus.