OJC – Freitagsimpuls

Offensive Junger Christen

Gott sorgt für uns

Impuls zum 15. Sonntag nach Trinitatis

11.09.2026 6 min Jeppe Rasmussen

Zusammenfassung & Show Notes

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ | 1. Petr 5,7

von Jeppe Rasmussen


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Die Offensive Junger Christen – OJC e.V. ist eine ökumenische Kommunität innerhalb der Ev. Kirche, die sich für eine Erneuerung in Kirche und Gesellschaft einsetzt.

Transkript

Alle Eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. 1 Petrus 5: Vers 7 So lautet der Wochenspruch für die Woche des 15. Sonntags nach Trinitatis. Wir leben in einer Welt, in der Misstrauen und Vertrauensverlust zu einem prägenden Lebensgefühl für viele geworden sind. Misstrauen gegenüber Regierungen, Eliten, denen da oben, Vertrauensverlust gegenüber Institutionen, Behörden, Kirchen, Parteien, fehlendes Vertrauen in die Medien und deren Vertreter, Misstrauen gegenüber den globalen Big Data Unternehmen, deren Algorithmen uns Menschen in eine Nummer verwandeln, eine statistisch-mathematische Größe, die beeinflusst, manipuliert werden kann. Und auch ein fast wohltuender Verlust von Vertrauen in unsere eigene Fähigkeit, etwas gegen diesen Vertrauensverlust zu tun. In dieser Gemengelage lädt Gott uns ein, wie Kinder zu werden und erneut zu erfahren, dass auf ihn Verlass ist, dass er sich sorgt, dass er sich kümmert und dass er treu wie ein Vater und sorgend wie eine Mutter uns nicht im Stich lässt. Ein neugeborenes Kind ist ganz auf die Bindung an seine Mutter angewiesen. Jedes Bedürfnis, jede Sorge, jeden Stress gibt das Neugeborene ab, in dem es weint, seine Stimme gebraucht sozusagen. Und die Mutter kümmert sich. Sie wendet sich ihm zu und stillt es. In gleicher Weise lädt Gott uns als seine Kinder ein. Alle Eure Sorge, große wie kleine, werft auf mich, sagt Gott, denn ich sorge für euch. Dieser Vorgang ist Gottes Einladung zu testen, ja zu erleben, wie er uns zuspricht. Ich sehe dich, ich höre dich, ich schütze dich, ich bin gerne bei dir und ich freue mich an und mit dir. Wie eine Mutter an ihrem Kind. Aus der tausendfachen Wiederholung dieses Bindungsvorgangs entsteht Identität, formt sich Selbstwahrnehmung, ergibt sich unsere Würde, sowohl beim Neugeboren als auch bei den Kindern Gottes. Ich bin geliebt. Ich gehöre zu ihm. Ich bin es wert, gesehen zu werden. Meine Sorgen, Bedürfnisse und Ängste. Denn all das gehört zum Bedeutungsraum des neutestamentlichen Wortes Merimna liegen ihm am Herzen. Werft sie alle auf mich ab, tragt es nicht mit euch herum. Im Übrigen ist die Sorge, die Fürsorge, der Umstand, dass es mir etwas bedeutet, mir wichtig und nicht egal ist, all das, was Angela in den letzten Wochen und Monaten ihres Lebens erfuhr, all das ist der Große, unüberbrückbare Unterschied zwischen Menschen und einer KI. Einer KI ist alles herzlich egal. Sie beantwortet jede Frage tausendmal, tausendmal, verliert nie die Fassung oder den Anstand, weil sie nichts empfindet und es sie nicht im Geringsten kümmert. Bei Gott ist das anders. Er ist zutiefst mit unserem Ergehen beschäftigt. Er sorgt für uns. Als Menschenkinder hat er uns so geschaffen, dass wir von dieser Fürsorge lebensentscheidend abhängig sind. Wir kommen nackt und hilflos auf die Welt und sind auf eine enge Bindung angewiesen. Das ist es, was es heißt, wie ein Kind zu werden, sich darauf zu verlassen, darauf zu vertrauen, dass mein mich liebender Ursprung liebend und sorgend für mich da ist. Das heißt nicht, dass dadurch alles glatt läuft oder reibungslos und schmerzfreiwürde. Petrus schreibt in den Versen danach ausführlich darüber, dass wir Leid ertragen müssen. Seid nüchtern und wacht, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben und wisst, dass eben dieselben Leiden über Eure Brüder und Schwestern in der Welt kommen. Und auch wir beten, gläubig und manchmal ungläubig, dass Gott uns alle Dinge zum Best möge dienen lassen. Auch das Leid, der Schmerz, die Enttäuschungen, die unerfüllten Sehnsüchte, die Angst vor der Zukunft, die Feucht vor dem Manipuliertwerden, das zu Kurzkommen, alles werft auf ihn. Denn er lädt uns ein, zu erfahren und zu vertrauen, dass er für uns sorgt. So auch heute Morgen, wo wir an seinen Tisch eingeladen sind, zu schmecken und zu sehen, wie freundlich er ist. Alle Eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Amen.